Leseprobe Friesische Freiheit

Exposé

 

Friesland im 14. Jahrhundert. Reiche Großbauern wollen herrschen, ihre Landsleute aber in Freiheit leben. Dieser Konflikt ist friedlich nicht zu lösen.



Lange Zeit haben die Friesen Angriffe fremder Herren auf ihre Freiheit erfolgreich abgewehrt. Mit den Wikingern fing es an. Dann kamen die Deutschen, Grafen und Fürsten, ja sogar Könige, und haben sich dabei blutige Nasen geholt.
Doch nun gärt es unter ihnen. Reiche Bauernfamilien drängen zur Häuptlingswürde. Die alte Rechtsordnung der friesischen Freiheit und ihre Verfechter geraten zunehmend unter Druck. Das Amt des frei gewählten Richters, der zugleich Führer des Heeresaufgebots und Patronatsherr ist, soll jährlich wechseln, aber immer öfter vollzieht sich dieser Wechsel nur mit Schwierigkeiten. Ehrgeizige Großbauern finden Gefallen an der Machtfülle ihres Amtes und trennen sich nur widerwillig von ihm. Schließlich weigern sich die ersten. Wo sie mit ihren Argumenten nicht überzeugen, nutzen sie Mittel wie Erpressung und Gewalt und schrecken auch vor brutalem Mord nicht zurück. Sie holen sich zur Unterstützung sogar fremde Bewaffnete ins Land und brechen damit ein uraltes Tabu. Am Ende gelingt es ihnen, die Macht in Ostfriesland an sich zu reißen. Aber sehr bald werden sich die „Durchsetzer“ gegeneinander wenden, um ihre Herrschaftsbereiche zu erweitern.

Der Roman sieht in dieser Auseinandersetzung zwei Familien als Gegner. Magnus tom Diek ist Richter im Harlingerland und fühlt sich der Bewahrung der alten Rechtstradition verpflichtet. Ihm stehen Widersacher wie der Brokmanne Keno Hylmerisna und der Erzbischof Otto I. von Bremen gegenüber, denn auch die Kirche drängt zu säkularer Macht. Magnus nimmt den Kampf auf, er macht sich zum Sprecher derer, die nicht bereit sind, ihre seit langem bewahrte Freiheit nun an eigene Bauernfürsten zu verlieren. Aber seine Gegner sind stark, vor allem, weil sie keine Skrupel kennen. Sie verspotten ihn als weltvergessenen Träumer, verleumden ihn und ermorden unschuldige Menschen, um in den Besitz von belastenden Dokumenten zu kommen. Nach einem Ringen über zwei Generationen ist der Kampf entschieden. Die Machtversessenen kommen zur Häuptlingswürde, sie werden Herren und ständige Richter. Den Unterlegenen bleibt nur, sich zu fügen. Sie suchen ihre Lebenserfüllung in einer Nische privaten Glücks.