Bericht in der „Westfalenpost“ vom 14./15.12.2002

Beim Schreiben sind Abende kurz
Erndtebücker Oberstleutnant schrieb den Wirtschaftskrimi „Menschenskind, Mann!“

ERNDTEBRÜCK: (lpd) Er schreibt, um sich die Abende fern von seiner Familie zu verkürzen. Jetzt hat Lothar Englert seinen ersten Roman veröffentlicht: „Menschenskind, Mann!“ handelt von einem ungleichen Ehepaar. Es ist eine Beziehungskiste, die sich zum Wirtschaftskrimi wandelt. Geschrieben wurde das Buch in Erndtebrück. Hier ist der Autor nämlich stationiert. Englert ist Oberstleutnant der Luftwaffe in der Hachenberg-Kaserne und das Schreiben ein Hobby. „Ich hab schon immer gerne geschrieben, schon seit der Schulzeit“, erklärt der 54-Jährige, dessen erstes Buch, eine satirische Kurzgeschichten-Sammlung, unter dem Titel „Achten Sie auf Kokoschinski“ bereits 2000 erschienen ist.
Die Idee zu dem Roman „Menschenskind, Mann!“ kam Englert am Weihnachtsfest im letzen Jahr. Eine seiner beiden Töchter lese gerne Frauenliteratur.
„So etwas kann ich auch, hab ich gesagt.“ Jetzt ist daraus ein Roman geworden, dessen kritische Hauptfigur eine Karrierefrau ist: Verena Tönnissen. Sie ist erfolgreiche Bänkerin, die mit Ellenbogen und einer gehörigen Portion Sexappeal die Karriereleiter nach oben steigt. Ihr Gegenpart in einer antagonistischen Ehe ist Ottmar.
Er ist ein kreativer Kopf, Modedesiger mit eigenwilligen Ideen und kein Ja-Sager. Und weil er eben kein Kopfnicker ist, Ottmar trotz erfolgreicher Kreationen keine Karriere, sondern gerät aufs Abstellgleis. Seine Frau geht in die USA und nimmt ihren neuen Liebhaber gleich mit. Erst als Ottmar eine neue Liebe kennen lernt, die ihn mit den richtigen Leuten bekannt macht, geht es für ihn aufwärts, während seine Frau die „gerechte Strafe“ ereilt. Bei windigen Börsengeschäften, mit denen sie alte private Rechnungen begleichen will, erleidet sie dann Schiffbruch.
Englert schrieb dieses Buch nicht nur in Erndtebrück, sondern er hat auch familiäre Beziehungen zu Gemeinde an der Eder.
Bereits im Jahre 1969 absolvierte er hier einen Lehrgang bei der Bundeswehr. Dabei lernte er Therese Schlabach kennen. Noch im selben Jahr heirateten beide. Obwohl Lothar Englert mit seiner Frau Therese und den beiden erwachsenen Töchtern im ostfriesischen Aurich wohnt, rissen die Bande zur Verwandtschaft in Wittgenstein nie ab.
Mit seiner Versetzung an den Luftwaffenstandort Erndtebrück im Oktober 2001 schließt sich für ihn ein Kreis.