Bericht in der „Siegener Zeitung“, Dezember 2002

Lothar Englert: Romanautor mit Erndtebrücker Wurzeln
„Menschenskind, Mann!“ – neuer Titel am Büchermarkt

 

vö Erndtebrück. Der Anruf von Erndtebrücks Ortsheimatpfleger Edgar Dietrich macht neugierig: „Ich habe da jemanden mit Erndtebrücker Wurzeln, der hat jetzt einen Roman geschrieben.“ Jemand, das ist Lothar Englert, Oberstleutnant Lothar Englert. Seit Oktober vergangenen Jahres ist der gebürtige Rheinländer in der Edergemeinde stationiert – als Leiter der Gruppe zur Weiterentwicklung von Taktik, Technik und Verfahren im Einsatzführungsdienst der Luftwaffe. Doch das sind nicht die Erndtebrücker Wurzeln, von denen der Ortsheimatpfleger berichtet.
„Ich habe eine waschechte Erndtebrückerin geheiratet“, verrät der Offizier bei einem Pressegespräch. Am 19. August 1969 habe er Therese „Resi“ Schlabach das Ja-Wort gegeben, „nachdem wir uns im Frühjahr kennen gelernt und im Mai verlobt haben.“ Die Töchter Sabine und Christine studieren, die Familie lebt in Ostfriesland, in Aurich. „Aber der Kontakt nach Erndtebrück ist nie abgerissen“, betont Lothar Englert im gleichen Atemzug. Denn sein Schwager Otto Schlabach lebt mit seiner Familie nach wie vor in der Edergemeinde. Die familiären Verbindungen sind also geklärt, bleibt noch das Thema mit dem Roman. „Menschenskind, Mann!“ ist der Titel des gerade erschienenen Romans. Eine raffinierte Mischung aus melodramatischer Familiengeschichte mit einem gehörigen Schuss Erotik.

 

Das Werk schildert Ellebogenkarrieren und Mobbing am Arbeitsplatz. Der Roman beschreibt Männerfreundschaften ebenso wie abgründigen Hass zwischen Kollegen, die nichts sehnlicher herbei wünschen als en Tag der Abrechnung. Das Buch erzählt von tugendhafter Selbstaufgabe und von zynischer Oberflächlichkeit, von widerstandener Versuchung und der Schwäche, ihr willig nachzugeben, sich förmlich darin zu verlieren.
Der Leser erfährt etwas über schwindelerregende Aufstiege ebenso wie über desaströse Niederlangen, einfühlsame und voller Sentamentalität steckende Liebesgeschichten und genießt obendrein noch einen spannenden Wirtschaftskrimi.
„Geschrieben habe ich immer schon gern, das Rechnen war nicht so meine Sache“, berichtet Lothar Englert. Obwohl die kritische Figur in seinem Roman eine Frau
ist, glaubt der 54-Jährige fest daran, „dass das Buch für Frauen geschrieben ist.“ Das sei zumindest von Leuten berichten worden, die den Roman bereits gelesen
hätten. Sein Erstlingswerk
„Achten Sie auf Kokoschinski“ ist im Sommer 2000 erschienen –satirische  Kurzgeschichten.