Bericht in der „Neuen Westfälischen Zeitung“ vom 10.12.2007

Die Rückkehr zum Volltreffer
Lothar Englert zu Gast im Museum

 

 

Lothar Englert (Mitte) aus Aurich las am Freitagabend in Borgentreich aus seinem Büchern.
Eingeladen worden war der frühere Soldat von
Hans-Jürgen Oestreich (links) und von
Bürgermeister Bernhard Temme.

Foto: Matthias Winnemann

 

 

 

 

 

Borgentreich (wip) Ein Wiedersehen mit früheren Bekannten gab es jetzt für Lothar Englert aus Aurich im Ostfriesland. Der 59-Jährige war länger als zehn Jahre als Soldat Borgentreich-Auenhausen stationiert. Seit einiger Zeit betätigt er sich als Schriftsteller. Am Freitagabend kehrte der Autor für eine Lesung im Saal des Orgelmuseums in seine alte Heimat Borgentreich zurück.
„Heute Abend hier zu sein, hat für mich eine zutiefst emotionale Seite. Die Zeit in Borgentreich war eine besonders harmonische und stimmige“, sagte Lothar Englert in seinem humorvollen Einstieg vor der Lesung, im dem er den Gästen vor allem die ostfriesischen Lebensumstände näher brachte. Mit Witzen wie: „Was macht ein Ostfriese mit einem Eimer heißem Wasser? Einfrieren, denn heißes Wasser kann man immer brauchen.“ und Sprüchen wie: „Man kann in Ostfriesland leben, wenn man Torf als Nahrungsmittel nicht ausschließt!“, sorgte schnell für eine lockere Atmosphäre. Englert las Auszüge aus seinem bisher drei veröffentlichten Werken. Bei „Achten Sie auf Kokoschinski“ handelt es sich um einen Satireband, in dem unter anderem Beamte, Politiker, Handwerker und Vereinsleute aufs Korn genommen werden. Satiren hatte er bereits während seiner Dienstzeit in Auenhausen geschrieben. „Man kann immer Satiren schreiben. Was man braucht, ist eine zündende Idee“, verriet er.
„Menschenskind, Mann!“ ist hingegen ein Gesellschaftsroman, der eine Beziehungskiste mit Aufstieg und Fall eines getrennt
lebenden Ehepaars beleuchtet.
Ein Band mit persönlichen Varianten historischer Geschichten ist „… doch Agamemnon schwieg! Alte Geschichte neu erzählt“.
Darin werden Alternativen zu mythischen Ereignissen wie der Schlacht um Troja oder dem Untergang von Atlantis gegeben. Derzeit arbeitet der Schriftsteller an einem historischen Roman, der im Ostfriesland des 14. Jahrhunderts spielt. „Er ist in fünf Akten nach der Struktur des klassischen griechischen Romans gegliedert. Das 14. Jahrhundert habe ich deshalb gewählt, weil es die Zeit war, als die Ostfriesen unfrei wurden“, berichtete er.
Lothar Englert war von Juli 1978 bis September 1988 Soldat in Auenhausen. Dort wurde er bis zum Hauptmann befördert. Nach seiner Versetzung nach Aurich erhielt er den Dienstgrad Major. 2006 ging er als Oberstleutnant in Pension. Vor allem der Lebensabschnitt in Borgentreich ist ihm als „Volltreffer“, wie er es bezeichnete, in Erinnerung geblieben. „Ich hatte hier mit meiner Frau Therese und meinem Töchtern Sabine und Christine, die hier aufgewachsen sind, eine schöne Zeit. Wir fühlten uns sehr aufgehoben“, fand er lobende Worte für die Stadt Borgentreich und deren Bewohner. Initiiert worden war die Lesung von seinem frühren Kameraden Hans-Jürgen Oestreich, mit dem ihm eine bis heute eine enge Freundschaft verbindet.